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Abi in der Tasche! Jetzt beginnt das selbstbestimmte Leben…

Abitur
Ron Heimbucher hält eine Ansprache für seine Mitschüler*innen und deren Familien.

Selbstbestimmung, Sinnhaftigkeit und die Suche nach dem richtigen Weg prägen viele junge Menschen der Generation Z. Obwohl diese Generation in bewegten Zeiten aufwächst, blickt die Mehrheit von ihnen positiv auf die eigene Zukunft (Shell Jugendstudie 2024). Die Möglichkeit, den eigenen Lebensweg selbstbestimmt zu gestalten, steht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Dabei legen sie Wert auf die persönliche Entwicklung und wünschen sich Erfolg und Lebensqualität miteinander zu verbinden. Vier von 65 Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2026 der CJD Christophoruschule Elze – Gymnasium berichten, wie ihre Schule sie bei der Gestaltung des eigenen Lebenswegs unterstützt hat und welche Ziele sie für ihre Zukunft verfolgen. 

Johann Christian Frey, aus Gronau ist seit der 5. Klasse an der CJD Christophorusschule Elze und mit seiner 1,0 AbiturnoteJahrgangsbester. Wie begann seine Laufbahn an der CJD Schule? „Ich hatte gleich ein gutes Gefühl beim Entdeckertag und im Probeunterricht. Ich fand es gut, dass es eine Art Bewerbungsgespräch gab,“ erinnert er sich. Zu Beginn wählte er viele AGs, um seine Interessen auszutesten. Auch das Ganztagsschulangebot war für ihn und seine Familie hilfreich. Bezeichnend für seine Schulzeit ist für ihn das Lernen von Eigenständigkeit: „Vor allem in der Corona-Zeit habe ich gelernt selbständig zu arbeiten. Dabei wurden wir eng unterstützt und begleitet.“ Die Vielzahl an Profilen und die Möglichkeit ab der 5. Klasse und erneut ab der 7. Klasse Profile zu wählen, gefiel ihm. „Ich finde es gut, dass die Profile breit aufgestellt sind. Man kann sich bereits fokussieren, aber es ist nicht abiturrelevant. Das hilft dabei, herauszufinden was dich wirklich interessiert.“

In der Berufsorientierung entdeckte der 18-Jährige das „Business for School“-Programm und nahm im Rahmen des Lion’s Quest Projekts über drei Semester monatlich an einer Mini-Vorlesung der Uni Hildesheim teil. Auch erste Kenntnisse in Projektmanagement, Kommunikation und Problemlösung konnte er in seiner Schulzeit erlangen. Nun startet er in den Internationalen Jugendfreiwilligen-dienst (IJFD) in Kanada. Dort wird er in Nova Scotia in der Organisation L'Arche Homefires Menschen mit Behinderungen betreuen. „Es ist mir wichtig, einen Dienst für die Gesellschaft zu leisten.“ Danach plant er ein Wirtschaftsstudium, am besten dual und mit einem nachhaltigen oder digitalen Schwerpunkt. „Meine Wunschfirma wäre Mercedes Benz, im Sustainable Business Management. Aber auch ein nicht branchenspezifisches Studium kann ich mir gut vorstellen.“ 

Die 19-Jährige Rebecca Heilmeyer aus Wrestedt (Landkreis Uelzen) kam als „Quereinsteigerin“ in der 10. Klasse an das CJD Gymnasium und nutzte die Möglichkeit im CJD Internat zu wohnen. Sie ist ein begabtes Gesangstalent: „Ich habe eine Schule gesucht, die mein musikalisches Interesse unterstützt. Es gibt wenig Schulen, die das Musik Abi anbieten.“ Der Unterricht am CJD Gymnasium bot ihr einen Mix aus Praxis und Theorie. „Es wurden Partituren und Sinfonien analysiert, wovon ich sehr profitiert habe,“ erläutert sie. „Auch das Singen in der Praxis kam nicht zu kurz, stets mit einer sorgfältigen Erarbeitung von Charakteristiken der Komponisten eines gewählten Liedes.“ Besonders waren für Heilmeyer Ausflüge an große Opernhäuser, so wurde „Carmen“ an der Wiener Staatsoper oder auch die „1. Sinfonie“ (Mahler) an der Oper Hannover besucht. Neben dem Schulkurrikulum nutzte sie das breite Angebot am Elzer Campus und nahm zusätzlichen Gesangsunterricht an der CJD Musikschule. 

Ihr großes Ziel ist es, Singer/Songwriterin zu werden und selbst Songs zu schreiben sowie zu produzieren. „Ich bringe jetzt die notwendigen Kenntnisse für mein Studium mit. Durch die gute Vorbereitung konnte ich mir ein Vollstipendium am Western Community Collage in Nebraska, USA sichern.“ Profitiert hat Rebecca Heilmeyer dabei unter anderem von der fachpraktischen Abiturprüfung, in der sie ihr Talent anhand von Vorsingen und -spielen einbringen konnte. „Ich habe 15 Punkte in der Fachprüfung erreicht, was 50 Prozent meiner Note ausgemacht hat,“ freut sie sich. 

Ron Heimbucher aus Mehle hat die CJD Christophorusschule seitder 5. Klasse besucht. Der 19-Jährige hat sich wegen dem breiten Angebot an Profilen für die Schule entschieden. „Die Profile sind mit das Beste, was die Schule bietet, sowohl in der Unter- als auch in Oberstufe,“ sagt er. Sein Favorit ist das Wirtschaftliche Profil. „In den Profilen lernt man Leute aus anderen Klassen und mit ähnlichen Interessen kennen. Daraus sind echte Freundschaften und ein super Netzwerk entstanden.“  

Seine Schulzeit lehrte ihn wie wichtig es ist, sich für seine Ziele und Interessen einzusetzen. „Wenn ich ins Schulbüro kam und etwas gefragt habe, wurde nie ‚Nein‘ gesagt. Aber man musste immer selbst aktiv werden und mit etwas Eigeninitiative hatte man alle Möglichkeiten.“ Auch das Engagement einzelner Lehrkräfte und den verlässlichen Unterricht, hebt er hervor.  

Heimbucher beginnt nun ein duales Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der HSH Hannover. „Das ist aus meinem Interesse für Politik und Wirtschaft sowie durch viele Gespräche mit Lehrern entstanden,“ erläutert er. „Weil wir eine Freie Schule sind, ist alles etwas familiärer. Man hat ein engeres Verhältnis zu den Lehrkräften und bekommt wertvolles Feedback.“ Dass in der Unterstufe vereinzelt Lehrkräfte mit „Quereinstieg“ aktiv sind, findet er bereichernd. „Sie haben praktische Erfahrung und ‚Ahnung‘, wovon sie reden. Wichtig ist natürlich, dass sie es auch gut vermitteln können.“

Merit Luisa Damerau startete ebenfalls in Klasse 5 an der CJD Christophorusschule und absolvierte das zweitbeste Abitur mit der Note 1,1. „Ich bin als einzige von meiner Grundschule auf diese Schule gekommen aber habe mich sofort wohlgefühlt,“ sagt die 19-Jährige aus Eime. Sie habe in akademischer Hinsicht Eigenständigkeit gelernt, wurde gefördert und habe die Möglichkeit erhalten, Klassen zu überspringen, wenn dies in ihrem Interesse war. „Man bekam das Gefühl vermittelt, dass man genauso wie man ist, richtig ist.“ Die Identifikation unter Mitschülerinnen und Mitschülern ist groß: „Wenn man hört ‚Ich war auch am CJD‘ fühlt sich das familiär an. Es ist ein schönes Gefühl in dieser Gemeinschaft zu sein.“ 

Was bleibt für Damerau aus ihrer Schulzeit vor allem in Erinnerung? „Ich habe über mich gelernt, dass mir Moral wichtig ist und dass ein Mensch sich vor allem darüber definiert, wie er oder sie im Umgang mit anderen Menschen ist.“ Sie wird sich nun auf ein Gymnasiallehramt-Studium konzentrieren. „Ich würde auch nicht ausschließen, hier wieder herzukommen,“ sagt Merit Luisa Damerau.